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Bericht Erfa – Tag Frühling 2023

«Psychologische Sicherheit – ein wichtiger Pfeiler für gesunde Teams in Organisationen»

Mittwoch, 24. Mai 2023, Spital Affoltern a.A. / online

Psychologische Sicherheit ist ein sehr aktuelles Thema für viele Unternehmen. Damit Teams ihr volles Potenzial realisieren können, braucht es Psychologische Sicherheit. Dieser Begriff umfasst die Gewissheit, dass Mitarbeitende offen ihre Ideen, Meinungen und Gefühle einbringen bzw. ausdrücken können, ohne Angst haben zu müssen vor negativen Folgen durch andere Teammitglieder oder Vorgesetzte. Dazu gehört, dass Fehler als Lernchancen gesehen werden in Entwicklungsprozessen und dass die Kommunikation in den Teams und zwischen Vorgesetzten und deren Mitarbeitenden geprägt ist von Respekt und Ressourcenorientierung.

Christoph Lindinger

Christoph Lindinger von Skillsgarden machte in seinem Beitrag eine Einführung ins Thema Psychologische Sicherheit. Welche Faktoren begünstigen die Thematik, welche wirken hemmend? Ins Zentrum rückte er das sogenannte “ Voicing“ – das erheben der eigenen Stimme. Arbeite ich in einem Umfrld, in dem man seine Stimme einbringen kann? Neben seinen Ausführungen ging es in kurzen praktischen Übungen darum, den Effekt selber zu erleben. Ebenfalls zeigte er konkrete Methoden vor, wie das Einbringen der Stimme gefördert werden kann im Team. Schliesslich informierte er über das Forschungsprojekt und die darin umgesetzten Übungen zur Stärkung von psychologischer Sicherheit.

David Hayday

David Hayday zeigte in seinem Beitrag und seinem Einblick in takeda pharma, warum Psychologische Sicherheit in seiner Organisation so wichtig ist. Gerade in der Forschung ist eine konstruktive Fehlerkultur wichtig, um Innovation zu fördern. In einem kurzen theoretischen Teil ging er auf die Schritte ein, die nötig sind, um Psychologische Sicherheit aufzubauen. Ein wichtige Rolle spielen die Führungskräfte, die mit ihrem Führungsverhalten jeden Tag  den Umgang untereinander fördern. Man soll Fragen stellen dürfen und dafür systematische Gelegenheiten sorgen – Speak up! Doch sind nicht nur Möglichkeiten wichtig, sondern auch das Fördern der kommunikativen Fähigkeiten

Take Home

Nadja Lindenmann

Nach dem Mittag informierte Nadja Lindemann, Gastgeberin der Tagung,  bei einem Rundgang im Spital Affoltern über die bewegte Geschichte des Spitals seit seiner Gründung als Kranken-Asyl 1902. Das Spital musste sich immer wieder neu erfinden, um sich als Regionalspital behaupten zu können. Jedoch besitzt das Spital Affoltern  heute in den Bereichen Altersmedizin, Palliative Care, Psychiatrie mit Mutter-Kind-Abteilung und Psychotherapie überregional anerkannte Kompetenzzentren. Zurück im Plenum, präsentierte Nadja Lindenmann zwei Fallbeispiele aus dem Betrieb, welche bezüglich Psychologischer Sicherheit herausfordernd waren für die Mitarbeitenden.

Amanda Gerber

Im letzten Teil der Tagung stellte sich Amanda Gerber den Fragen von Samuel Maurer. Sie ist dran als HR-Managerin, mit bedeutenden Projekten im Bereich der Struktur und Prozessen sowie der Psychologischen Sicherheit die Rahmen- und Arbeitsbedingungen bei Agathon, einem KMU mit 250 Mitarbeitenden, zu verbessern. Sie erzählte über Erfolgserlebnisse und Stolpersteine in dem nun vierjährigen Prozess.

Bezug zwischen Psychologischer Sicherheit und BGM

Der Bezug zwischen Psychologischer Sicherheit und BGM ist sehr eng. Prämisse eines erfolgreichen BGM’s ist es, mit nachhaltig gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen den Betriebserfolg zu erhalten bzw. zu verbessern. Wichtige Indikatoren dafür sind eine hohe betriebliche Innovation und Produktivität, intrinsisch motivierte, gesunde und zufriedene Mitarbeitende mit einer guten Betriebsbindung.

Damit Mitarbeitende ihr Potenzial im Arbeitskontext entfalten können, brauchen sie das nötige Vertrauen, sich als „ganze Menschen“ einbringen zu können. Also neue Ideen, (unausgegorene) Verbesserungsvorschläge, aber auch kritisches Feedback und Bedenken ohne Angst vor negativen Folgen zu äussern. Genau dies ist das Anliegen von Psychologischer Sicherheit.

Eine gut ausgebildete Psychologische Sicherheit berücksichtigt wichtige Grundbedürfnisse der Mitarbeitenden und ist von daher immer auch gesundheitsrelevant. Das bedeutet, dass bei der Planung und Umsetzung von BGM-Massnahmen stets auch wichtige Aspekte der Psychologischen Sicherheit mitberücksichtigt werden sollten.

Text: Martin Neuenschwander und Samuel Maurer, Vorstand BGMnetzwerk